Die Einbürgerung

Der Begriff Einbürgerung bezeichnet ganz allgemein die Verleihung der Staatsbürgerschaft. Die Bestimmungen zum Erwerb dazu sind in Abhängigkeit vom jeweiligen Land recht unterschiedlich. Mehr oder weniger automatisch erlangt man in Deutschland die Einbürgerung über das Abstammungsprinzip zum einen und seit dem Jahr 2000 auch über das Geburtsortprinzip. Ansonsten muss ein Antrag auf Einbürgerung gestellt werden, der oftmals mit vielen Hürden verbunden ist.

Das Abstammungsprinzip

Danach erhält automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft, wer als Kind deutscher Eltern geboren wurde und zwar auch dann, wenn nur ein Elternteil deutsch ist. In diesem Fall darf das Kind die deutsche Staatsbürgerschaft auch neben der Staatsangehörigkeit des ausländischen Elternteils behalten und muss sich nicht für eine der beiden entscheiden.

Das Geburtsortprinzip

Ist mindestens ein Elternteil deutsch, ist die Einbürgerung in Deutschland kein Problem

Ist mindestens ein Elternteil deutsch, ist die Einbürgerung in Deutschland kein Problem

Hiernach erhält ein Kind, das in Deutschland geboren wurde, auch dann automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft, wenn seine Eltern in Deutschland leben und selbst nicht deutscher Staatsangehörigkeit sind.

Allerdings ist dies an folgende Voraussetzungen gebunden:

  • Mindestens ein Elternteil lebt zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes in Deutschland
  • Mindestens ein Elternteil verfügt über eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung oder eine Aufenthaltsgenehmigung nach dem Freizügigkeitsabkommen
  • Das Kind muss sich mit dem 18. Lebensjahr für eine Staatsangehörigkeit entscheiden

Weitere Wege zur Einbürgerung

Will man eine Einbürgerung, ohne dass man in Deutschland geboren wurde, so ist das mit einigen Schwierigkeiten verbunden.

Es gelten folgende Voraussetzungen:

  • Man verfügt über unbefristetes Aufenthaltsrecht
  • Man lebt seit mindestens acht Jahren in Deutschland
  • Man hat den Einbürgerungstest bestanden
  • Nachweis ausreichender Deutschkenntnisse
  • Man ist nicht auf Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld angewiesen
  • Man bekennt sich zum deutschen Grundgesetz
  • Verlust oder Aufgabe de alten Staatsangehörigkeit
  • Man ist nicht wegen einer Straftat verurteilt

Hierbei gelten folgende Ausnahmen:

  • Verkürzung des geforderte Mindestaufenthalt im Land auf sieben Jahre durch erfolgreich abgeschlossenen Integrationskurs
  • Verkürzung auf sechs Jahre beim Nachweis besonders guter Deutschkenntnisse
  • Verkürzung auf sechs Jahre beim Nachweis ehrenamtlicher Tätigkeit in gemeinnützigen Organisationen
  • Verkürzung des Mindestaufenthaltes bei besonderem öffentlichen Interesse (wie bei Spitzensportlern)
  • Ausnahmen bei der Regelung zur Sozialhilfe, z.B. für Bezüge während der Schul- und Ausbildungszeit
  • Erleichterung der Einbürgerung, z.B. bei Familienangehörigen, EU-Bürgern und Staatenlosen

Was ist eine Ehrenbürgerschaft?

Die Ehrenbürgerschaft: Die höchste Auszeichnung einer Stadt

Jeder Bürger einer Stadt besitzt auch die Bürgerschaft in derselben. Doch es gibt eine besondere Auszeichnung, die jede Gemeinde oder Stadt in Deutschland vergeben kann: Die Ehrenbürgerschaft. Meist wird diese Auszeichnung an Personen verliehen, die sich in besonderer Weise um den Ort oder die Gemeinde verdient gemacht haben, sei es politisch, sozial oder durch öffentlich wirksame Arbeit.

Altbundeskanzler Helmut Schmidt ist beispielsweise Ehrenbürger von Hamburg, Konrad Adenauer besitzt diesen Titel in Berlin und München hat diese Auszeichnung unter andere an Franz Josef Strauß verliehen.

Für die Ehrenbürgerschaft kann man sich also nicht bewerben. Nur besondere Leistungen verdienen diese Ehrung. Sie ist oft mit Vergünstigungen und besonderen Privilegien verbunden und sie stellt meist die höchste Auszeichnung des Ortes oder der Region dar.

Junge Auszeichnung mit verschiedenen Varianten

Die Ehrenbürgerschaft existiert noch nicht allzu lange. Ihr Geschichte geht auf die Französische Revolution und deren Titel „bourgeois honoraire“ zurück. In Deutschland wurden die ersten Ehrenbürgerschaften 1790 in Hannover an den Flugpionier und Ballonfahrer Jean-Pierre Blanchard und in Saarbrücken an den Schauspieler August Wilhelm Iffland verliehen.

Wie lange ist die Ehrenbürgerschaft gültig?

Traditionell wird die Auszeichnung auf Lebenszeit verliehen und erlischt erst mit dem Tod. Doch auch nach dem Ableben können besondere Personen mit dieser Ehrung versehen werden. So zum Beispiel erhielt Marlene Dietrich 2002, also zehn Jahre nach ihrem Tod, die Ehrenbürgerschaft von Berlin.

Aber auch Aberkennungen sind möglich. Zahlreiche Städte, darunter unter anderem erst kürzlich Goslar, aber auch Friedrichshafen, Kaiserslautern und Baden-Baden haben beispielsweise Adolf Hitler diese Ehrung nun wieder aberkannt. Andere Städte verzichten auf diesen Akt mit dem Argument, der Titel sei mit Hitlers Tod automatisch erloschen.

Weitere Aberkennungen aus dem Nationalsozialismus sind die Auszeichnungen für Hermann Göring, Jospeh Göbbels und Wilhelm Frick. Ein Beispiel der Abererkennung der Auszeichnung noch zu Lebzeiten ist Erich Honecker, der diese Ehrung Berlins 1992 verlor.

Die Verleihung der Ehrenbürgerschaft

In manchen Städten ist die Ehrenbürgerschaft mit dem Eintrag ins goldene Buch kombiniert.

In manchen Städten ist die Ehrenbürgerschaft mit dem Eintrag ins goldene Buch kombiniert.

Die Ehrenbürgerschaft ist mit verschiedenen Riten verbunden. In manchen Städten ist die Ehrenbürgerschaft mit dem Eintrag ins goldene Buch kombiniert, meist wird eine Urkunde in einer feierlichen Zeremonie überreicht. Es gibt Medaillen, Ehrenringe oder Ehrennadeln.

In Hannover gibt es seit 1959 eine „kleine Schwester“ für die Ehrenbürgerschaft – die Stadtplakette Hannover. Für Popsängerin Sarah Connor wurde in Delmenhorst der Titel „Ehrenbotschafterin“ ins Leben gerufen.

In Köln entstand 2002 die „Alternative Kölner Ehrenbürgerschaft. Diese nicht von der Stadt sondern von einem Initiativkreis vergebene Auszeichnung richtet sich gegen die Kommerzialisierung der herkömmlichen Ehrenbürgerschaft der Rheinmetropole. Vielmehr sei es wichtig, solch eine Auszeichnung an Personen zu vergeben, die sich ohne finanzielle Ressourcen und abseits von öffentlicher Meinung engagieren. Die Komiteemitglieder, zu denen unter anderem Günter Wallraff, Marie-Luise Marjan und Wolfgang Niedecken zählen, verweigern sich, wie die Stadt den wirtschaftlichen Erfolg zu ehren.

So hat die Domstadt seltenerweise zwei solcher Auszeichnungen.

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